PEPTIDBIBEL

Regeneration & Heilung

ARA-290

EPO-abgeleitetes Peptid (11 AS)

Auch bekannt als: Cibinetide

Von Erythropoietin abgeleitetes Peptid, das gewebeschützende EPO-Effekte ohne die Blutbildung auslöst. Mit echten Phase-2-Daten zu Schmerz und Nervenfaserdichte bei Kleinfaserneuropathie.

begrenzt

Steckbrief
Sequenz
11 Aminosäuren (tissue-protective domain des Erythropoietins)
Ziel
Innate Repair Receptor (EPOR/β-common), TRPV1
Applikation
subkutan
Halbwertszeit
kurz
Rechtlicher & regulatorischer Status
Kein zugelassenes Arzneimittel; in klinischer Entwicklung (Phase 2). Aktiviert NICHT die Erythropoese.
Wirkmechanismus

Aktiviert selektiv den Innate Repair Receptor (Heterokomplex aus EPO-Rezeptor und β-common-Rezeptor), der bei Gewebeschädigung hochreguliert wird: antiinflammatorisch (NF-κB ↓), antiapoptotisch, regenerationsfördernd. Antagonisiert zusätzlich TRPV1 (analgetisch).

Innate Repair ReceptorNF-κB ↓TRPV1-Antagonismus
Bezug zu den Hallmarks of Ageing

Regenerative Peptide fördern Gewebeheilung, Angiogenese und Umbau der extrazellulären Matrix. Das adressiert eher den funktionellen Verlust von Reparatur- und Regenerationskapazität im Alter als einen klassischen Lebensspannen-Mechanismus – mechanistisch plausibel als Healthspan-Faktor.

Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.

Evidenz nach Endpunkt
  • Neuropathischer Schmerz · Humanbegrenzt
  • Nervenfaser-Regeneration · Humanbegrenzt
  • Entzündung · Tierbegrenzt
Humanstudien
QuellenDesignDauerEndpunkteErgebnisLimitationen
Phase-2-Studien (Brines/Cerami u. a.)RCT28 TageSchmerz, NervenfaserdichteVerbesserung bei diabetischer & Sarkoidose-Kleinfaserneuropathie (4 mg/d s.c.)kleine Fallzahlen, frühe Phase
Beworbene / vermutete Wirkungen

Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.

allgemeine Geweberegeneration und Schmerzlinderung über Neuropathie hinaus
Dosen aus Studien — reine Referenz
In Studien 4 mg/Tag s.c. über 28-Tage-Zyklen. Außerhalb von Studien nicht etabliert.

Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.

Risiken & Sicherheit
Bekannte Risiken

in Studien gut verträglich; keine Erythropoese-Stimulation.

Theoretische Risiken

Langzeitsicherheit offen.

Kontraindikationen / Vorsicht

Offene Fragen
  • größere Phase-3-Studien
  • Indikationen jenseits Neuropathie
Quellen
  • Swartjes M. et al. (2014). ARA 290 relieves neuropathic pain. (EPO-derived peptide). · PMC3928087
Häufige Fragen
Was ist ARA-290?

Von Erythropoietin abgeleitetes Peptid, das gewebeschützende EPO-Effekte ohne die Blutbildung auslöst. Mit echten Phase-2-Daten zu Schmerz und Nervenfaserdichte bei Kleinfaserneuropathie.

Wie wirkt ARA-290?

Aktiviert selektiv den Innate Repair Receptor (Heterokomplex aus EPO-Rezeptor und β-common-Rezeptor), der bei Gewebeschädigung hochreguliert wird: antiinflammatorisch (NF-κB ↓), antiapoptotisch, regenerationsfördernd. Antagonisiert zusätzlich TRPV1 (analgetisch).

Wie gut ist ARA-290 belegt?

Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „begrenzt“. Es liegen 1 ausgewertete Humanstudien vor.

Ist ARA-290 in Österreich und der EU zugelassen?

Kein zugelassenes Arzneimittel; in klinischer Entwicklung (Phase 2). Aktiviert NICHT die Erythropoese.

Welche Nebenwirkungen sind für ARA-290 bekannt?

in Studien gut verträglich; keine Erythropoese-Stimulation.

Im Themenüberblick

ARA-290 wird hier eingeordnet: Peptide für Regeneration und Heilung — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.

Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten