Tesamorelin
GHRH-Analogon (zugelassen)
Auch bekannt als: Egrifta, TH9507
Stabilisiertes GHRH-Analogon, das die körpereigene GH-Freisetzung anstößt. Klinisch mit echten Phase-III-RCTs zur viszeralen Fettreduktion und mit Daten zu Leberfett und Kognition – innerhalb der zugelassenen Indikation gut belegt.
stark belegt
GHRH-Rezeptor-Agonist an der Hypophyse → physiologische, pulsatile GH-Freisetzung → IGF-1 ↑; senkt viszerales Fett und Leberfett, ohne die supraphysiologischen Spitzen von exogenem GH.
GH-Sekretagoga heben die GH/IGF-1-Achse – das greift direkt in die Nährstoff-Sensorik ein, ist für die Lebensspanne aber zweischneidig: In der Longevity-Forschung ist eher eine gedämpfte GH/IGF-1-Signalgebung (z. B. Laron-Syndrom, Ames-Zwergmäuse) mit längerem Leben verknüpft. Mechanistisch plausibel sind Healthspan-Effekte über Körperzusammensetzung, Regeneration und Schlaf – eine Lebensverlängerung gerade nicht.
Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.
- Viszerale Fettreduktion · Humanstark belegt
- Leberfett (NAFLD) · Humanbegrenzt
- Kognition · Humanpräklinisch
| Quelle | n | Design | Dauer | Endpunkte | Ergebnis | Limitationen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Falutz et al. – gepoolte Phase-III-RCTs (NEJM 2007 u. a.) | ≈ 806 (HIV-Lipodystrophie) | RCT, doppelblind, placebokontrolliert | 26 Wochen | viszerales Fett (CT) | ≈ 15 % VAT-Reduktion vs Placebo; Triglyceride ↓ | Indikation HIV-Lipodystrophie |
| Stanley et al., JAMA 2014;312:380–389 (PMID 25038357) | 54 (HIV + abdominale Adipositas) | RCT, doppelblind, placebokontrolliert | 6 Monate | Leber-/viszerales Fett | Leberfett −2 % vs +1 %; VAT ↓ | kleine Fallzahl, Subpopulation |
Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.
Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.
Arthralgien und Kopfschmerz (häufigste Abbruchgründe), Ödeme, Reaktionen an der Injektionsstelle; IGF-1- und Glukoseanstieg möglich.
GH/IGF-vermittelte Effekte.
aktive Tumorerkrankung, Schwangerschaft.
- Nutzen bei nicht-HIV-NAFLD/MASH
- Langzeit-Stoffwechseleffekte
- Falutz J et al. Tesamorelin, HIV-assoziierte Lipodystrophie. NEJM 2007;357:2359–2370. · 10.1056/NEJMoa072375
- Stanley TL et al. Tesamorelin – viszerales/Leberfett. JAMA 2014;312:380–389. · 10.1001/jama.2014.8334
Was ist Tesamorelin?
Stabilisiertes GHRH-Analogon, das die körpereigene GH-Freisetzung anstößt. Klinisch mit echten Phase-III-RCTs zur viszeralen Fettreduktion und mit Daten zu Leberfett und Kognition – innerhalb der zugelassenen Indikation gut belegt.
Wie wirkt Tesamorelin?
GHRH-Rezeptor-Agonist an der Hypophyse → physiologische, pulsatile GH-Freisetzung → IGF-1 ↑; senkt viszerales Fett und Leberfett, ohne die supraphysiologischen Spitzen von exogenem GH.
Wie gut ist Tesamorelin belegt?
Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „stark belegt“. Es liegen 2 ausgewertete Humanstudien vor.
Ist Tesamorelin in Österreich und der EU zugelassen?
FDA-zugelassen seit 2010 (Egrifta) zur Reduktion von viszeralem Fett bei HIV-Lipodystrophie – das einzige für viszerale Fettreduktion zugelassene Peptid. Aktuelle Formulierung Egrifta WR.
Welche Nebenwirkungen sind für Tesamorelin bekannt?
Arthralgien und Kopfschmerz (häufigste Abbruchgründe), Ödeme, Reaktionen an der Injektionsstelle; IGF-1- und Glukoseanstieg möglich.
Tesamorelin wird hier eingeordnet: Peptide für Muskelaufbau — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.
Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten