PEPTIDBIBEL

Kognitive Peptide

Dihexa

Angiotensin-IV-Analogon (Peptidmimetikum)

Auch bekannt als: N-hexanoic-Tyr-Ile-(6) aminohexanoic amide

Oral aktives, BHS-gängiges Peptidmimetikum, das den HGF/c-Met-Weg verstärkt und in Zellmodellen extrem potente Synaptogenese auslöste. Es existieren jedoch keine Humanstudien – und die methodische Grundlage ist durch Retraktionen belastet.

präklinisch

Steckbrief
Basis
von Angiotensin IV abgeleitet (Washington State University)
Ziel
HGF / c-Met
Applikation
oral (BHS-gängig)
Halbwertszeit
> 5 h
Rechtlicher & regulatorischer Status
Kein zugelassenes Arzneimittel; rein präklinisch. Wichtig: zentrale biochemische Grundlagenarbeiten wurden 2025 zurückgezogen.
Wirkmechanismus

Bindet HGF mit hoher Affinität, hemmt dessen Dimerisierung und wirkt synergistisch auf c-Met-Signale → Spinogenese und Synaptogenese im Hippocampus. Der prokognitive Effekt ist HGF/c-Met-abhängig (Benoist 2014).

HGF / c-MetSpinogeneseSynaptogenese
Bezug zu den Hallmarks of Ageing

Kognitive/neurotrophe Peptide wirken über BDNF und neuroprotektive Signalwege. Relevanz vor allem für den Erhalt kognitiver Funktion (Proteostase im ZNS, interzelluläre Signalgebung), nicht für die Lebensspanne – plausibel als Beitrag zum „kognitiven Healthspan“.

Mechanistische Plausibilität — kein für den Menschen nachgewiesener Anti-Aging-Effekt.

Evidenz nach Endpunkt
  • Kognition (Tier) · Tierpräklinisch
  • Wirksamkeit beim Menschen · —keine Daten
Humanstudien
QuellenDesignDauerEndpunkteErgebnisLimitationen
keine Humanstudienicht untersuchtHumandaten fehlen; Grundlagenpapiere 2025 retrahiert
Tierstudien
ModellDosis (Studie)DauerErgebnis
Ratte, Demenzmodelleoralverbesserte Lernleistung (Morris Water Maze), HGF-abhängig
Zellstudien
ZelltypInterventionErgebnis
Hippocampus-NeuroneDihexastarke Spinogenese (in vitro „× BDNF“-Werte aus Assays – mit Vorsicht)
Beworbene / vermutete Wirkungen

Häufig beworben — nicht gleichbedeutend mit belegter Wirkung.

extreme kognitive Steigerung („um Größenordnungen stärker als BDNF“ – mit Vorsicht)Gedächtnisaufbau und SynaptogeneseErholung bei Demenz/Schlaganfall (präklinisch)
Dosen aus Studien — reine Referenz
Nur tierexperimentell. Keine Humandosis; gegrauter Markt mit Qualitätsproblemen.

Keine Anwendungs- oder Dosierempfehlung und keine Umrechnung in Injektionseinheiten.

Risiken & Sicherheit
Bekannte Risiken

keine Humandaten.

Theoretische Risiken

c-Met-Aktivierung ist onkogen relevant → theoretisches Krebsrisiko.

Kontraindikationen / Vorsicht

Offene Fragen
  • Validität nach Retraktionen
  • Tumorrisiko der c-Met-Aktivierung
  • Humanstudien
Quellen
  • Benoist CC. et al. (2014). Dihexa cognitive effects mediated by HGF/c-Met. J Pharmacol Exp Ther. · Review
  • Hinweis: Grundlagenpublikationen 2025 zurückgezogen. · Retraction 2025
Häufige Fragen
Was ist Dihexa?

Oral aktives, BHS-gängiges Peptidmimetikum, das den HGF/c-Met-Weg verstärkt und in Zellmodellen extrem potente Synaptogenese auslöste. Es existieren jedoch keine Humanstudien – und die methodische Grundlage ist durch Retraktionen belastet.

Wie wirkt Dihexa?

Bindet HGF mit hoher Affinität, hemmt dessen Dimerisierung und wirkt synergistisch auf c-Met-Signale → Spinogenese und Synaptogenese im Hippocampus. Der prokognitive Effekt ist HGF/c-Met-abhängig (Benoist 2014).

Wie gut ist Dihexa belegt?

Höchste erreichte Evidenzstufe in unserer Einstufung: „präklinisch“. Es liegen 1 ausgewertete Humanstudien vor.

Ist Dihexa in Österreich und der EU zugelassen?

Kein zugelassenes Arzneimittel; rein präklinisch. Wichtig: zentrale biochemische Grundlagenarbeiten wurden 2025 zurückgezogen.

Welche Nebenwirkungen sind für Dihexa bekannt?

keine Humandaten.

Im Themenüberblick

Dihexa wird hier eingeordnet: Peptide für Kognition und Fokus — mit Evidenztabelle aller Substanzen dieses Bereichs.

Zuletzt redaktionell geprüft: 2026-08-07 · Wie wir Evidenz bewerten